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Prof. Dr. Jürgen Martschukat: Männlichkeit in der US- und Weltpolitik

Im Rahmen von „Schule im Dialog“ und dank der Volkshochschule Zwickau fand am 11. März ein Vortragsabend mit Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Uni Erfurt) mit über 180 Gästen statt. Der Historiker schilderte Rolle und Vorstellungen von Männlichkeit in der Geschichte. Die musikalische Begrüßung hatte Elias aus der 12. Klasse übernommen, der ein Klavierstück von Johann Sebastian Bach spielte. Nach der Begrüßung durch Patrick Schulze (Volkshochschule) stellten Thula und Linus den Gast vor.

Prof. Martschukat stieg mit Donald Trump ein und berichtete von einem Interview, in dem eine Journalistin den US-Präsidenten fragte, was ihn stoppen könne. Trump antwortete, dass ihn nur seine eigene Moral stoppen könne. Martschukat nutzte dieses Beispiel, um zu zeigen, dass Trump Recht und Regeln oft nur dann respektiere, wenn sie ihm selbst einen Vorteil bringen. Demokratie bedeutet „die Herrschaft des Volkes“. In einer Demokratie sollen alle Menschen die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben, und die Macht soll nicht bei einzelnen Autokraten liegen. Politik beschrieb er als die „Gestaltung eines Gemeinwesens und jede Form von Einflussnahme auf gesellschaftliche Entscheidungen“.

Um die heutige Politik besser zu verstehen, müsse man etwa 250 Jahre zurückschauen. Ein wichtiger Ausgangspunkt sei die „United States Declaration of Independence“. Obwohl diese Erklärung Freiheit und Gleichheit für alle Menschen betonte, galt dies in der Realität lange nicht für jeden und jede. Martschukat zitierte aus den Briefen zwischen John und Abigail Adams aus Boston. Selbstbewusst forderte Abigal Adams gleiche Rechte für Frauen. Doch 1776 (und danach) hielt sich die Vorstellung, Männer seien von Natur aus besser für Politik geeignet als Frauen. Die Forschung spricht von einem Diskurs über Geschlechterrollen. Männer werden als aktiv, rational und vorwärtsdrängend beschrieben -  wichtige Eigenschaften, um erfolgreich Politik zu gestalten. Frauen galten als emotional, zurückhaltend und passiv. Daraus entstand die Idee von zwei getrennten gesellschaftlichen Bereichen. Männer sollten in der öffentlichen Sphäre tätig sein, also in der Politik und Wirtschaft. Frauen wurden dagegen der privaten Sphäre zugeordnet. Ihre Aufgabe sollte vor allem darin bestehen, sich um Haushalt, Kinder und Familie zu kümmern. Trotzdem engagierten sich Frauen politisch, zum Beispiel in sozialen Bewegungen oder im Kampf gegen die Sklaverei – bis zur MeToo-Bewegung. Dennoch Frauen blieben lange Zeit von politischer Teilhabe ausgeschlossen, sie durften weder wählen noch selbst politische Ämter übernehmen. Nach und nach erhielten Frauen mehr Rechte, schließlich das Wahlrecht.

Mit einem Exkurs über die 1920-er Jahre bis in die Gegenwart skizzierte Prof. Martschukat den gesellschaftlich-politischen Wandel, er verwies auf die massive Wirkung von Wirtschaftskrisen. Globalisierung, Produktionsverschiebungen in Billiglohnländer, ein ganzes Paket an Krisen, Irritationen und Kriegen ließen Hass gegen vermeintliche Profiteure entstehen. Trump versprach bereits 2024 einfache Lösungen und schuf autoritäre Lösungen eines Autokraten.

Abschließend stellten die Gäste Fragen: Verlieren die Menschen das Vertrauen in die Demokratie? Stehen wir vor einem Umbruch? Die wachsende Zahl der Menschen, für die autoritäre Entscheidungen, Autokraten die einzige Lösung zu sein scheint, ruft bei so manchem ein ungutes Gefühl hervor.

Moritz Blechschmidt/Nasim Star

Wir danken der Volkshochschule Zwickau, vor allem Herr Patrick Schulze, für diese Veranstaltung.

Fotos: D. Seichter

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