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4. Kinoabend am KKG: "Im Labyrinth des Schweigens"

 „Jeder war ein Nazi“ – ein Vorwurf, der sinnbildlich für den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik steht. Statt Aufarbeitung dominierten Schweigen, Verharmlosung und das Bedürfnis nach einem „Neuanfang“. Genau an diesem Punkt setzt der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ (2014) an, der im Mittelpunkt des 4. Kinoabends am Käthe-Kollwitz-Gymnasium stand. Der Film thematisiert eine Gesellschaft, die in den 1950-er Jahren vor allem eines wollte: vergessen. Während viele ehemalige Nationalsozialisten wieder in staatlichen Ämtern arbeiteten, blieben die Verbrechen von Auschwitz im öffentlichen Bewusstsein nahezu unsichtbar. Das Schweigen war allgegenwärtig – in Familien, in Behörden und auch in der Justiz.

Am 30. Januar 2026 versammelten sich über 60 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte unserer Schule, um gemeinsam den Film zu sehen, der sich mit der schwierigen Frage auseinandersetzt, wie eine Gesellschaft nach einem der schwersten Verbrechen der Geschichte mit ihrer Vergangenheit umgeht.

Ein Schülervortrag über die historischen Hintergründe leitete den Kinoabend ein. Zentrale Hauptperson war Fritz Bauer, der nicht nur maßgeblich an der juristischen Verfolgung von NS-Verbrechen beteiligt war, sondern auch den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort von Adolf Eichmann gab. Auch die politische und gesellschaftliche Situation in der BRD der 1950-er Jahre, der Eichmann-Prozess sowie dessen Bedeutung für die späteren Auschwitz-Prozesse kamen zur Sprache.

Der Film selbst spielt überwiegend in Frankfurt am Main und begleitet den jungen Juristen Johann Radmann, der zu Beginn seiner Laufbahn noch kaum Kenntnisse über das Konzentrationslager Auschwitz und die dort begangenen Verbrechen besitzt. Durch den Journalisten Thomas Gnielka erfährt Radmann, dass ein Lehrer mit NS-Vergangenheit – ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS in Auschwitz – weiterhin unbehelligt im Schuldienst arbeitet. Diese Erkenntnis wird zum Auslöser für Radmann, sich intensiver mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Im Verlauf seiner Ermittlungen stößt Radmann gemeinsam mit Gnielka auf eine unglaubliche Fülle von Hinweisen auf die systematischen Verbrechen in Auschwitz. Entscheidende Dokumente erhält er durch einen Freund Gnielkas, einen Auschwitz-Überlebenden, der bereit ist, sein Wissen und seine Erinnerungen zu teilen. In den Akten tauchen Namen zentraler Täter auf, darunter Adolf Eichmann, Josef Mengele oder Wilhelm Boger. Radmann und seine Mitstreiter suchen und befragen zahlreiche Zeugen. Schritt für Schritt gelingt es ihnen, ehemalige SS-Ärzte, SS-Wachmänner, SS-Verwaltungsangestellte und andere Beteiligte zu identifizieren und festzunehmen. Am Ende des Films steht die Eröffnung der Auschwitz-Prozesse, der einen historischen Wendepunkt in der deutschen Nachkriegsgeschichte markiert. Nun beginnt eine breitere öffentliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen. Die Schutzbehauptung, „niemand habe etwas gewusst“, ist widerlegt.

Im Labyrinth des Schweigens zeigt, Erinnerung und Aufarbeitung sind keine Selbstverständlichkeit sind – sondern hängen von der Courage einzelner Menschen ab, die bereit sind, gegen Widerstände, Gleichgültigkeit und gesellschaftliches Schweigen anzukämpfen. Die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen, solange nicht über sie gesprochen wird.

Francine Göpfert & Thao Trang Nguyen

 

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