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„FORGOTTEN TRACKS“. Ausstellungseröffnung "ERINNERNS_WERT - Jüdisches Leben in Zwickau"

Am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, fand um 17:00 Uhr in den „Priesterhäusern“ die Eröffnung der Ausstellung „ERINNERNS_WERT – Jüdisches Leben in Zwickau“ statt. Frau Holesch, Kommissarische Leiterin der „Priesterhäuser“, richtete sich mit einführenden und dankenden Worten an die Gäste. Begleitet wurde sie von musikalischen Beiträgen am Klavier. Auch Alt-OB Rainer Eichhorn und Uwe Dziuballa begrüßten die Gäste. Anschließend eröffneten Johanna Kolbe und Lydia Müller mit einer kurzen Rede die Teilausstellung unserer Projektgruppe, zu der auch Thula Einenkel, Linus Kletzsch, Emily Krauße, Luise Seubert und Nika Zufelde gehören.

Wir arbeiteten in den vergangenen Monaten daran, den Schicksalen hinter den Zwickauer Stolpersteinen Gesichter zu geben. Unter dem Titel „FORGOTTEN TRACKS“ erinnern sechs Plakate an die Schicksale jüdischer Familien in Zwickau, die dem Holocaust zum Opfer fielen. Wir dokumentierten ihre Geschichten, um sie aus der Vergessenheit zu holen. Die Hauptausstellung bietet weiterführende historische Dokumente und Fotos dieser Familien. Auch ein Stolperstein findet sich – in einer ansprechend gestalteten Installation. Für die Verpflegung sorgte das Chemnitzer Restaurant Schalom, das die Gäste mit kleinen Köstlichkeiten der jüdischen Küche verwöhnte.

In Zeiten, in denen einige Politiker die Erinnerung an die NS-Zeit mit der Begründung für überflüssig erklären, das sei nun schon so lang her und habe mit uns nichts zu tun, in Zeiten, in denen sachliche Diskussionen seltener, aber der politische Ton rauer, rüde geworden ist, wollten wir uns positionieren: gegen das Vergessen und auch zur Mahnung. Jeder Stolperstein steht für ein persönliches Schicksal: für eine erzwungene Flucht ins Ungewisse oder für einen gewaltsamen Tod. In jeden Fall erlitten diese Zwickauer tiefes Unrecht, sie verloren viel, manche alles, zu viele ihr Leben.

Dank der Unterstützung ihrer Familien, in denen Fotos und Dokumente überlebten, aufbewahrt und weitergegeben wurden, konnten wir diese Geschichten erzählen. Wir freuten uns besonders, dass an diesem Nachmittag Franziska Gerstmeir aus Hamburg und Daniel Nelki aus London zum zweiten Mal den Weg nach Zwickau gefunden hatten. Frau Gerstmeier wohnte bereits 2017 der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Klein bei. Wir verdanken ihr viele Informationen, Fotos und Dokumente über die Familie Klein. Ihr verstorbener Mann Gad Klein war ein Enkel des Ehepaares Klein, das einst in Zwickau zu Hause war und sich dort mit viel Kraft eine Existenz aufgebaut hatte – bis die Nationalsozialisten aller Normalität ein jähes Ende setzten. Die Stolpersteine, die an die Besitzer und Bewohner des Klein-Hause erinnern, werden bald im Innenhof des neuen Technikums der WHZ ihren dauerhaften Platz finden.

Auch Daniel Nelki, der eine Fülle an Dokumenten und Fotos zur Verfügung stellte, sind wir für die Unterstützung dankbar. Er war bereits 2022 zur Verlegung der Stolpersteine für die Familie Mannes aus London angereist – diesmal begrüßten wir ihn in Begleitung seiner Frau Hilary Schrader und Tochter Sibella Schrader.

Den Höhepunkt unseres Abends bildete das vertrauensvolle Gespräch mit Daniel Nelki, Sibella Schrader und Franziska Gerstmeir. Die Gespräche mit ihnen empfanden wir als berührend und erhellend zugleich. Sie begegneten unseren Fragen voller Geduld und Offenheit, und manchmal überwog die Emotionalität. Die Gedanken und Geschichten, die sie mit uns teilten, eröffneten neue und zuweilen bedrückende Perspektiven. In Erinnerung bleibt uns ein eindrucksvoller, nachdenklich stimmendender Abend.  

Wir danken Frau Holesch und Herr Rebeggiani herzlich für die unterstützende Zusammenarbeit und vor allem dafür, dass wir unsere Projektarbeit Stolpersteine in dieser besonderen Form präsentieren dürfen.

Nika Zufelde

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