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Prof. Dr. Dr. Dr. Dieter Vieweger: Streit um das Heilige Land. Was jeder vom israelisch-palästinensischen Konflikt wissen muss

Mit einem musikalischen Einstieg – Frédéric Chopins Walzer in e-Moll, interpretiert von Elias Yang – begann die Schulveranstaltung zum Thema „Streit um das Heilige Land“ am Abend des 14. Januar. Thula Einenkel und Johanna Kolbe stellten den Referenten des Abends vor: Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Dieter Vieweger, Leiter des Deutschen Evangelischen Institutes für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman, renommierter Wissenschaftler und Buchautor. In einem kurzen Interview gewährte Prof. Vieweger Einblicke in sein persönliches (Er-)Leben und seine Arbeit in Jerusalem. Die Stadt sei für ihn Heimat, Politik damit unausweichlich. Seine Botschaft an junge Menschen lautete, trotz globaler Krisen nicht aufzugeben und Verantwortung zu übernehmen.

Im Zentrum des Vortrags stand der israelisch-palästinensische Konflikt. Prof. Vieweger erklärte, es gehe weniger um Religion, vielmehr um Macht, Politik und territoriale Kontrolle. Religiöse Argumente würden instrumentalisiert, um politische Interessen zu legitimieren. Mit Karten und historischen Einordnungen erläuterte er die besondere Bedeutung Jerusalems als zentraler Konfliktpunkt der drei Weltreligionen: mit der Klagemauer, dem Felsendom und Tempelberg.

Ein historischer Rückblick zeigte, wie alt der Konflikt ist. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts zogen Juden, vor allem aufgrund von Verfolgungen und Pogromen in Osteuropa, nach Palästina, wo sie auf die arabische Bevölkerung trafen. Widersprüchliche Zusagen Großbritanniens im Ersten Weltkrieg, die britische Mandatsverwaltung sowie spätere Teilungspläne verschärften die Spannungen. 1947 beschloss die UNO die Teilung des Landes, 1948 rief David Ben-Gurion den Staat Israel aus, der sich unmittelbar nach seiner Gründung im Krieg mit fünf arablischen Nachbarstaaten behaupten musste. In der Folge kam es zu zahlreichen Vertreibungen der arabischen Bevölkerung.

Weitere Kriege, darunter der Sechstagekrieg 1967 sowie zwei Intifadas, führten zu Terroranschlägen und Gegengewalt. Einen Hoffnungsschimmer bot in den 1990er-Jahren der Osloer Friedensprozess zwischen Jitzchak Rabin und Jassir Arafat, der jedoch an extremistischen Anschlägen, mangelnder Unterstützung und der Ermordung Rabins durch einen ultraorthodoxen jüdischen Extremisten scheiterte. Prof. Vieweger erklärte, Israel sei ein hochgebildetes und demokratisch geprägtes Land, stehe jedoch zunehmend unter politischem Druck. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stütze sich auf rechte und religiös-nationalistische Kräfte, die eine Zwei-Staaten-Lösung kategorisch ablehnten. Der wachsende Einfluss ultraorthodoxer Gruppen gefährde demokratische Strukturen zusätzlich.

Die Lage der Palästinenser in Gaza und der Westbank sei äußerst prekär. Gaza sei nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober und dem folgenden Krieg weitgehend zerstört. Während die Hamas offen die Vernichtung Israels anstrebe, gälten PLO und Fatah als politisch geschwächt. Gleichzeitig verschärfe der fortschreitende israelische Siedlungsbau die Situation in der Westbank. Auch christliche Gemeinden gerieten zunehmend zwischen die Fronten und seien massiver Gewalt ausgesetzt. In der abschließenden Fragerunde betonte Prof. Vieweger, die Bibel sei kein politischer Handlungsleitfaden für die Gegenwart. Ein bloßer Waffenstillstand reiche nicht aus – notwendig seien internationale Akteure mit einem echten politischen Willen, um langfristig Sicherheit für Israel und einen lebensfähigen palästinensischen Staat zu ermöglichen. Die eindrucksvolle und spannende Veranstaltung ermöglichte eine differenziertere Sicht auf den Nahostkonflikt bei den Schülerinnen und Schülern und Gästen.

Linus Kletzsch & Magdalena Kuban

Fotos: Dorit Seichter

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